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Energie
14.12.2011, 18:23 Uhr | Sendenhorst
 
Energieerzeugung: Sicher, sauber und bezahlbar
Junge Union und CDU luden den CDU- Landtagsabgeordneten Dr. Jens Petersen zum Thema ein
Sendenhorst -

Sendenhorst. Die aktuelle Energiedebatte veranlasste den Arbeitskreis Energie der Jungen Union Kreis Warendorf zusammen mit dem CDU- Stadtverband Sendenhorst Albersloh, zu einem Vortrag über die Problematik mit dem CDU- Landtagsabgeordneten Dr. Jens Petersen einzuladen. Dr. Petersen ist Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Mittelstand und Energie im Landtag NRW. Im  Restaurant „Esszimmer“ gab es viele Informationen und eine rege Diskussion zum Thema „Was treibt uns in Zukunft an?“.

Und diese Thematik interessierte besonders die Junge Union. Vorstandsmitglied Petra Lammerding begrüßte dazu die Anwesenden. JU und CDU betonen, dass dieses Thema nicht nur die aktuelle Energiedebatte, sondern auch Unternehmen und private Haushalte anheizt. Denn Windräder, Photovoltaikanlagen und Biogasanlagen seien aus dem Landschaftsbild schon nicht mehr wegzudenken, und erneuerbare Energien werden für die Energieversorgung immer wichtiger. Wobei sich allerdings auch die Frage stelle, inwieweit Subventionen gerechtfertigt sind und wie eine Erhöhung der Strompreise vermieden werden kann.

 Zu dieser Problematik nahm dann Dr. Jens Petersen MdL ausführlich Stellung. Eine Veränderung in der Energieversorgung sei sowohl für Erzeuger wie Verbraucher eine wichtige Frage. Während auf europäischer, Bundes- und Landeseben über Standorte von Kraftwerken diskutiert wird, werden die Frage auf der lokalen Ebene durch die Art der Energieversorgung ausgelöst. „Auch wenn es in einem Land keine Kernkraftwerke gibt, sorgen andere Kraftwerke für Probleme“, sagte Dr. Petersen. Die Regierung Rüttgers habe es möglich gemacht durch den Ausstieg aus der Steinkohle in NRW viel Geld zu sparen. Dafür aber gebe es in anderen Ländern wie Russland „wackelige Partner“, die ziemlich geldgierig sind. So zum Beispiel, wenn es dort um die Gaslieferung geht. Aber schließlich brauche man ja Energie, und so sind neben Kohle, Öl, Gas und Kernenergie nun auch die erneuerbaren Energien in der Diskussion. Aber ein Gewinnen solcher Energien ist nicht immer einfach, denn zum Beispiel für Wasserkraft braucht man eben entsprechend Wasser und auch Gefälle. Und dadurch werden wie bei anderen Energiearten auch Eingriffe in die Natur erforderlich. Und so wird es neben anderen Problemen auch nicht einfach, Energie aus Biogas, Sonne oder Windkraft zu schaffen.

„Neben der Situation auf der Erzeugerseite ist aber auch die Verbrauchersituation nicht unproblematisch. Hier werden viele Diskussionen aus persönlicher Betroffenheit geführt“, sagte Dr. Petersen. Es stelle sich aber auch die Frage, wie Industrie, Handel, Handwerk und Gewerbe zu einem erträglichen Preis versorgt werden können. Nicht zuletzt, wenn eine Energieerzeugung wie die Atomkraft wegfällt. Der CDU Landtagsabgeordnete betonte, seine Partei sei interessiert daran, dass Erzeuger und Verbraucher nah beieinander sind. Und deshalb müsse man vor Ort genau überlegen, woher Energie zu bekommen sei. In dieser Region werde der Ausbau der erneuerbaren Energie in den Vordergrund gestellt. Dabei gibt es aber auch die Fragen, wer das Geld dazu in die Hand nimmt und bereit ist, Risiken einzugehen? Wie holt man die Bürger vor Ort ab und wie soll es weitergehen? Und das sei nicht einfach, denn viele Befürworter einer Umstellung von Energien wollen das dann allerdings nicht vor der eigenen Haustür erleben. Die Devise der CDU in NRW bei der Energieerzeugung sei: „Sicher, sauber, bezahlbar“, und das gelte nicht nur für Atomkraftwerke. Bei den erneuerbaren Energien gebe es auch die Probleme: Wasser gibt es nicht überall und Sonne wie Wind seien nun mal nicht planbar, wo kommt denn die Energie dann her? Die CDU befürworte eine Veränderung der Energieversorgung, aber nur eine, die die Menschen auch berücksichtigt. „Hauptsache der Strom ist billig, egal wo er herkommt, kann keine Lösung sein“, betonte der Landtagsabgeordnete. Bei einer Änderung der Energieversorgung müsse auch berücksichtigt werden, Arbeitsplätze zu erhalten. Deshalb setze die CDU auf einen Mix bei der Energieversorgung, solange die erneuerbaren Energien noch nicht so weit sind. Für die Zukunft gebe es aber eine sehr gute Ausgangsposition, wobei klar sei, dass man sich von manchen Energieträgern trennen müsse. „Gut ist, dass wir nicht auf einen Erzeuger angewiesen sind. Es ist zwar vieles nicht leicht und billig, aber wir können zufrieden sein“. schloss Dr. Petersen seinen Vortrag.

Nach diesen Hinweisen gab es dann noch eine recht lebhafte Diskussion. Dabei kamen auch Fragen zu Geothermie und Risiken bei Probebohrungen auf. Bei den erneuerbaren Energien müsse auch darauf geachtet werden, dass ein Anstieg der Preise moderat bleibt, betonte Dr. Petersen, es  dürfe deshalb auch ein Drosseln des Verbrauches nicht außer Acht gelassen werden. Ein deutlicher Hinweis aus der Versammlung: „Neue Investoren für erneuerbare Energien stehen Gewehr bei Fuß. Es müssen deshalb auch schnellstens die gesetzlichen Möglichkeiten zu Veränderungen geschaffen werden“. Die Kommunen sollen selbst entscheiden, wo sie die Energie herholen und was bei ihnen geht, aber auch die Rechte Einzelner müssen ausgeweitet werden, fügte Dr. Petersen hinzu. Dabei wurde auch auf die gute Stellung von Sendenhorst bei der Erzeugung erneuerbarer Energie hingewiesen. Bei den bisherigen Entscheidungen zum weiteren Vorgehen sei aber das Bauchgefühl der Bürger nicht immer genügend berücksichtigt worden, hieß es auch aus der CDU. Es sei erforderlich, dass sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen, um über die weitere Entwicklung zu reden. So könne es schließlich zu einem Schulterschluss kommen.  

Stephanie Sendker von der Jungen Union bedankte sich abschließend dann für die vielen Informationen und rege Diskussion. Als kleines Zeichen des Dankes überreichte sie unter dem Beifall der Anwesenden etwas „Typisches aus dem Münsterland“: Pferdeäpfel aus Warendorf, die der Düsseldorfer Dr. Petersen offensichtlich noch nicht kannte.